archiv//archiv
Düsseldorf, 2026
Ein Projekt im Archiv des Filmmuseum Düsseldorf und im Filmdepot, Düsseldorf-Benzenbergstraße.
Archive sind Orte des ausgewählten ‚Bewahrens‘ – sie sind Teil einer kulturellen Praxis, die Ergebnisse und Werke des menschlichen Schaffens seit Jahrtausenden für die weiteren Generationen vorhält. Die Frage nach dem ‚was nicht im Archiv ist‘ verdeutlicht, dass Archive immer auch gesellschaftspolitische Räume beschreiben.
Was also ist verhandelter Konsens – und was wird nicht mehr zugänglich sein – zumindest nicht in einem institutionellen Rahmen …
Archiv // Archiv ist ein Ansatz, der zum einen die Sichtbarkeit der nicht (für ein allgemeines Publikum) begehbaren Bereiche in einen künstlerischen Ansatz stellt, der Fragen nach Zeigepraxis und Kontexten stellt.
Im kinematografischen Kontext werden verhandelt: Amateurfilm, die eklektizistische Praxis der Collage bei Guy Debord in seinen 221 Thesen/Phrasen aus ‚Gesellschaft des Spektakels‘, 1967, werden Fragen an eine Form von politisierter Öffentlichkeit gestellt - er schreibt über ‚das Herz des Irrealismus der realen Gesellschaft!‘ - dazu stellt sich die Frage nach dem analytischen Film - einem Filmschaffen, dass sich selbst u kritisch beim Filmemachen Über die Schulter schaut - wie bei Jean-Luc Godard;
Archiv // Archiv stellt eine Beziehung her, zu den nicht gezeigten Filmen und ihren Wiedergabegeräten, die im Depot einem ‚rasenden Stillstand‘ gleich – im Zustand der scheinbaren Ruhe unterkühlt und gestapelt, in Regalen geordnet, die Welt aus den Angeln heben könnte –, wenn eben diese Apparate wieder Licht projizieren und die Diaphane bei der Durchleuchtung Schatten auf unsere Retina werfen könnten …
Archiv // Archiv zeigt auch, was es nicht zu sehen gibt!
-MK